Heise 08.05.2026
15:00 Uhr

heise+ | Bug im FritzOS: Anbieterwechsel bei Glasfaser kann am Router scheitern


Wenn nach der Umstellung auf einen neuen Anbieter plötzlich der Internetanschluss tot bleibt, kann das am Router liegen. Das gilt es zu beachten.

heise+ | Bug im FritzOS: Anbieterwechsel bei Glasfaser kann am Router scheitern

Der Telekommunikationsprovider 1&1 betreibt gerade eine massive Werbekampagne für seine Glasfasertarife ausgerechnet in Gebieten, in denen die Deutsche Glasfaser (DG) in den vergangenen Jahren ihr eigenes Netz gebaut hat. Begünstigt wird der rasche Anbieterwechsel durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Januar. Demnach dürfen die Kunden der Glasfaser bereits jetzt ihren anfänglichen Zweijahresvertrag kündigen, auch wenn der Anschluss selbst erst vor ein paar Monaten installiert wurde. Im günstigsten Fall sparen sie damit 300 bis 400 Euro, gerechnet über die 24 Monate Laufzeit eines neuen Vertrags.

Der Wechsel kann sich also lohnen, zumal 1&1 einen „unterbrechungsfreien Wechsel ins beste Netz“ verspricht. Nun ist bekanntlich das Papier, auf welchem Werbeprospekte gedruckt werden, besonders geduldig. Aber tatsächlich könnte der Wechsel quasi unterbrechungsfrei vonstattengehen, jedenfalls in der Theorie. Denn anders als 1&1 behauptet, wechselt man ja gar nicht das Netz, sondern nur den Anbieter.

In der Praxis kann das Ganze aber auch gründlich schiefgehen und einen stunden-, wenn nicht gar tagelangen, Internetausfall nach sich ziehen. Das liegt an der unterschiedlichen Logik, nach der die verschiedenen Anbieter die Anschlüsse identifizieren und ihnen den Zugang zum Internet gewähren. Fehler in der Firmware von Modem oder Router fallen deshalb beim alten Anbieter nicht auf, verhindern aber die Einwahl bei dem neuen. Mit dem nötigen Wissen und ein paar Vorkehrungen lässt sich das Risiko einer längeren Internetunterbrechung aber deutlich reduzieren.